In Trier zeugen noch heute viele Bauwerke von der Bedeutung dieser Stadt in der Antike. Damals hieß Trier noch Augustus Treverorum und die Römer errichteten hier zahlreiche Gebäude wie die Porta Nigra, die Kaiserthermen oder das Amphitheater.

Das Amphitheater gehört mit etwa 20.000 Sitzplätzen zu den größeren Amphitheatern. Hier wurden bis etwa 400 n. Chr. die berüchtigten ”Brot und Spiele” abgehalten mit Tierhetzen und Gladiatorenkämpfen. Hinrichtungen fanden in der Arena des Amphitheaters ebenfalls statt. Im Jahr 404 erging ein Edikt, der diese Spiele verbot.

Das Amphitheater in Trier an der Mosel hat auch einige bauliche Besonderheiten. So ist es beispielsweise am Fuße des Petrisberges erbaut. Damit könnte eine Aufschüttung für die Ränge vermieden werden. Die Erdmenge, die hier abgetragen wurde, wurde gegenüber wieder aufgeschüttet und so sind die Ränge nicht aus Stein gebaut, sondern auch natürlichem Material. Aus Stein sind nur die Eingangsportale im Süden und Norden der Arena sowie die Abgrenzung des Kampfplatzes von den Zuschauerrängen. Hier ist die Mauer etwa 4 Meter hoch und zusätzlich von einem Holzzaun begrenzt. Von der Arena aus gibt es 13 Türen, die in die Hügel hineinführen. Darüber gelangt man zu den Räumen, in denen die Gladiatoren und die Tiere warten mussten.

Unterhalb der Arena befinden sich einige Gänge, die unter anderem dazu dienten, die Hebebühnen zu bedienen. Diese funktionieren ähnlich wie Aufzüge und so standen plötzlich die Gladiatoren mitten in der Arena. Außerdem befand sich hier scheinbar ein Entwässerungssystem in den nahegelegenen Olewiger Bach. Denn heute noch sind die Holzaufhängungen für eine Kolbenpumpe zu besichtigen.

Heute finden im Amphitheater nur noch friedliche Spiele und Konzerte statt. Das Festival „Brot und Spiele“ wird sowohl von den Einheimischen als auch von den Touristen sehr gut angenommen. Vom Amphitheater sind es nur wenige Hundert Meter bis zu den Kaiserthermen, sodass sich die Besuche dieser beiden wichtigen historischen Gebäude in Trier gut verbinden lassen.